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Achtsamkeit im Alltag - So veränderst Du nachhaltig Deine Sicht auf die Welt

In diesem Blogbeitrag beschreibe ich, wie Du Dich durch eine einfache Praxis besser kennen lernen und Deine zwischenmenschlichen Beziehungen verbessern kannst. Anstatt in wiederkehrenden Situationen in alten Mustern gefangen zu sein und immer gleich zu agieren, beschreibe ich eine Möglichkeit wie Innehalten und Achtsamkeit dir neue Perspektiven und Verhaltensweisen eröffnen können.

So verändern wir nachhaltig unsere Sicht auf die Welt

Vielleicht fragst Du Dich, warum Du immer wieder in ähnliche Gefühlszustände kommst oder Deine Mitmenschen auf Dich in bestimmter Weise reagieren. Insbesondere in Beziehungen zerbrechen wir uns den Kopf über unseren Partner oder unsere Partnerin.

  • Warum handelt sie so, wie sie es tut?
  • Wieso sagt er das?
  • Weswegen geschieht dies nicht ganz anders?
  • Warum ist mein Gegenüber so, wie er eben ist?
  • Wie kann ich sie dazu bringen, sich anders zu verhalten, damit es mir besser geht?

Seltener fragen wir uns, was wir tun können oder wirklich in so einem Moment in uns vorgeht.

 

Hier kommt die Achtsamkeit im Alltag ins Spiel.

 

Überlege mal!

... Die folgenden Sätze sind sehr wichtig, da sie das Kernproblem und die dazugehörige Lösung beschreiben.

 

Etwas passiert. Es irritiert Dich. Eine Schwierigkeit taucht auf. Dein Partner, deine Partnerin sagt etwas, was Dich auf die Palme bringt.

 

Was passiert in diesem Moment?

Dies ist ein wichtiger Punkt. In diesem Moment kannst Du Dich entscheiden, ob Du den alten Verhaltensweisen folgst oder etwas Neues ausprobierst. Viele Gedanke gehen durch Deinen Kopf, die meisten davon unbewusst. Dein Gehirn gleicht die gerade herinkommende Information mit bereits abgespeicherten Erfahrungen ab. In diesen alten Erfahrungen stecken die Emotionen wie Wut, Trauer, etc., die jetzt in Dir hochkommen.

Schwierig wird es da, wo Du diesen Prozess gar nicht wahrnimmst, da er ja im Unbewussten passiert. In einem Teil des Gehirns, der für uns nicht zugängig ist. Du agierst also munter und mit bester Absicht vor Dich hin und bemerkst gar nicht, dass Du in Deinem Film steckst. Und dabei Dein eigener Kameramann, Schauspieler und Regisseur in Personalunion bist. Du manipulierst Dich und Deine Umwelt auf Grund Deiner Erfahrungen permanent selbst.

 

Wie würdest Du nun diese Situation ohne Deine bereits gemachten Erfahrungen erleben?

Im Moment der Achtsamkeit hälst Du inne und frage Dich selbst:

  • Was passiert gerade mit mir?
  • Welche Gefühle tauchen in mir auf?
  • Du sitzt einfach, beobachtest und atmest.

Alle Gefühle, die auftauchen, alle Gedanken und Worte, die Du fasst, stammen zum größten Teil aus Erinnerungen, Meinungen und Erlebnissen aus der eigenen Geschichte. Wir glauben nur, dass diese Gefühle mit der jetzigen Situation etwas zu tun haben. Das stimmt aber nicht. Dies zu begreifen, bedeutet in der Achtsamkeit des Alltags zu verweilen.

Ein Schritt zurück

Wir leben mit der Überzeugung, dass uns im Leben immer wieder Dinge widerfahren, auf die wir keinen oder wenig Einfluß haben.Dies kann ein Vorfall sein oder ein Gespräch. Oftmals genügt nur ein einziges Wort. Hin und wieder reicht auch ein Blick. Wir fühlen uns machtlos und reagieren darauf in ganz bestimmter Art und Weise.

Jeder hat seine eigenen Reaktionsmuster entwickelt. Du bist zum Beispiel erbost, streitest, ziehst Dich zurück, bist gekränkt. Du verhälst dich so, wie es für Dich typisch ist. In jedem Fall empfindest Du Dein Verhalten als komplett normal und adäquat.

Der "Drei-Schritt-Tanz" - Unser Interpretationsprozess

Wenn Du genau hinsiehst, kannst Du lernen, dass Du zwischen Geschehen und Handlung etwas Aktives tun kannst. Es ist nicht ein Prozess in zwei Schritten (A - B), sondern es passiert etwas dazwischen - ein dritter Schritt: A gefolgt von C und dann erst B.

 

Was bedeutet dies konkret?

 

Gehen wir zurück zu unserem Beispiel vom Anfang. Meine Partnerin sagt etwas zu mir. Und nun – im Moment der Achtsamkeit – halte ich inne und frage mich:

Was passiert gerade in mir?

Ich erkenne, dass das, was in mir gerade passiert, nichts mit der momentanen Situation zu tun hat. Alle Gefühle, die auftauchen, Gedanken und Worte, die ich fasse, stammen zum größten Teil aus Erinnerungen, Meinungen und Erlebnissen etc. Ausgelöst und wachgerufen wie ein Computerprogramm. Vielleicht

  • erinnert Dich diese Situation an Deine Kindheit, an eine Zeit, in der Du Dich oft klein und hilflos und abhängig gefühlt hast.
  • fühlst Du Dich ungerecht behandelt oder missverstanden.
  • triggert diese Situation auch einen alten Lebenssatz von Dir. Wie zum Beispiel: „Ich bin nicht richtig!“, „Ich habe keinen Platz im Leben!“, „Der andere ist wichtiger als ich“.

Der Drei-Schritt-Tanz hilft Dir dabei, diesen Automatismus zu durchbrechen.

Achtsamkeit im Alltag als tägliche Praxis

Nimm Dir Zeit, in diesen herausfordernden Alltagssituationen innezuhalten, zu beobachten, nicht gleich zu reagieren (wie gewohnt) und auszuatmen. Spüre nach, was Dich gerade bewegt und was gerade mit Dir geschieht. Mit dem Wissen, dass die vielen Gefühle oder Lebenssätze in Dir nichts mit der aktuellen Situation zu tun haben.

Zur Verdeutlichung nochmals der "Drei-Schritt-Tanz" als Übung zur Achtsamkeit im Alltag:

  • Du hälst inne, spürst Deine Gefühle und Überzeugungen
  • atmest ein paar Mal bewusst ein und aus
  • und bist Dir bewusst, dass in Dir dieser innerliche Prozess bereits passiert.

Wenn es Dir gelingt, nimmst Du eine Metaposition ein: "Ich beobachte mich und meine Reaktionen selbst." Ganz wichtig dabei ist, dass Du Dir selbst wohlwollend und verständnisvoll begegnest, ohne Urteil und Verurteilung. Hab Verständnis für Dich und Deine Gefühle. Nun kannst Du beginnen, diese Gefühle zu beobachten und ihnen Raum zu lassen. Ohne sie ausagieren oder unterdrücken zu müssen.

 

Der Umgang mit Deinen Gefühlen kann sich dabei drastisch und nachhaltig verändern. Du nimmst Deine Gefühle wahr, akzeptierst sie, gibst ihnen Raum und Zeit, betrachtest sie voller Liebe, Zuneigung und Mitgefühl. Es kann sein, dass Deine Gefühle wie ein Eisberg in der Sonne schmelzen. Vielfach verändert sich auch das Grundgefühl. Aus Grant, Verletzung und Zorn wird oft Trauer. Du spürst Deine Verletzlichkeit und fühlst Dich vielleicht klein und schwach. Nimm all diese Gefühle an und lass sie einfach da sein. Höre auf, Dich für irgendetwas zu rechtfertigen oder zu verteidigen.

Vielleicht gelingt es Dir auch in diesem Moment Dein Gegenüber anzuschauen und in Kontakt zu gehen. Vielleicht sprichst Du nun aus, was gerade in dir vorgeht. Was Dich gerade bewegt. Wie Du Dich gerade fühlst.

 

Wenn Du Fragen hast oder Unterstützung bei dieser Übung zur Achtsamkeit, kontaktiere mich oder vereinbare ein Beratungstermin. Hier ist der Link zu meiner Homepage: Thomas Manhartsberger ganz.erfüllt.leben

Fazit

Je öfter Dir dies in täglichen Situationen gelingt, (also je öfter es gelingt, aus einer A und B Abfolge, einen A – C – B Schritttanz zu machen), desto stärker kann Deine Transformation aussehen. Durch diese kleinen Achtsamkeitsübungen gelangst Du zu Deinen wirklichen Gefühlen. Du kannst Dein Leben mehr genießen und Deine Partnerschaft gehaltvoller gestalten.

 

Dein Leben wird lebenswerter, genussvoller, wahrhaftiger und leichter.

 

Probier es aus und schreib mir Deine Erfahrungen oder Fragen.

Betreff: "Achtsamkeit im Alltag"

 

Dein

 

Thomas Manhartsberger

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